0.2
Referenzierte Dokumente
| Name |
Nummer / Link |
| Prozessdokumentation |
|
| Organisationshandbuch |
|
0.3
Mitgeltende Unterlagen
| Name |
Nummer / Link |
| Referenzhandbuch Hermes 2022 |
|
| alle Anleitungen der heutigen SAP Lösung |
|
0.4
Definitionen und Abkuerzungen
| Abkuerzung |
Bedeutung |
| HERMES |
Projektmanagementmethode der Schweizer Bundesverwaltung (Handling of Electronic Records Management and Exchange of Sources) |
| PIA |
Projektinitialisierungsantrag – zentrales Dokument der Initialisierungsphase nach HERMES 2022 |
| PA |
Projektausschuss – steuerndes Gremium im HERMES-Projekt, bestehend aus Auftraggeber und weiteren Entscheidträgern |
| PL |
Projektleiter – verantwortliche Rolle für die operative Führung des Projekts |
| DA |
Durchführungsauftrag – Mandat für die Lösungsentstehung, erteilt nach der Initialisierungsphase |
| PMP |
Projektmanagementplan – Lieferergebnis der Initialisierungsphase, das die Projektführung und -organisation beschreibt |
1
Ausgangslage
Die Direktion der Justiz des Kantons Zürich setzt seit längerem SAP als zentrale Unternehmenssoftware ein. Die damit verbundenen Lizenz- und Betriebskosten sind erheblich, wobei ein Grossteil der im Leistungsumfang enthaltenen Funktionen durch die Direktion nicht genutzt wird. Vor diesem Hintergrund besteht die Absicht, im Rahmen einer Studie zu prüfen, ob SAP durch eine kostengünstigere Lösung ersetzt oder ob die bestehende SAP-Installation auf die tatsächlich benötigten Module reduziert werden kann. Als mögliche Lösungsvarianten kommen die Beschaffung eines Drittprodukts, eine Eigenentwicklung sowie eine Neugestaltung der bestehenden SAP-Konfiguration mit reduziertem Modulumfang in Betracht.
Hinsichtlich der fachlichen Anforderungen steht die Ablösung der Buchhaltung und der Rechnungslegung fest. Ob darüber hinaus weitere Funktionsbereiche, insbesondere eine umfassendere ERP-Funktionalität, abgedeckt werden müssen, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschliessend geklärt.
Die Kompetenz zur Freigabe des Projekts richtet sich nach den Gesamtkosten: Übersteigen diese 10 Millionen Franken, ist ein Beschluss des Kantonsrats erforderlich. Bei Kosten bis 5 Millionen Franken liegt die Entscheidkompetenz beim Regierungsrat, bei Kosten bis 2 Millionen Franken bei der Vorsteherin der Direktion der Justiz.
Innerhalb der Direktion besteht eine klare Unterstützung für das Vorhaben. Die übrigen Direktionen verbleiben zwar auf SAP, zeigen jedoch Interesse an den Ergebnissen der Analyse, da auch sie die bestehenden SAP-Kosten als hoch erachten.
Ein wesentlicher Aspekt des Vorhabens betrifft die Schnittstellen zu den anderen Direktionen des Kantons. Es ist sicherzustellen, dass der Informationsaustausch zwischen den Systemen jederzeit korrekt und zeitgerecht gewährleistet ist.
2.1
Ziele der Phase Initialisierung
| Kategorie |
Beschreibung |
Messgroesse |
Prioritaet |
| Vorgehensziel |
Die Stakeholderliste ist vollständig erstellt und alle relevanten internen sowie externen Anspruchsgruppen (inkl. übrige Direktionen mit SAP-Schnittstellen) sind identifiziert und dokumentiert. |
Stakeholderliste liegt vor und wurde durch den Auftraggeber freigegeben. |
Muss |
| Vorgehensziel |
Eine fundierte Studie liegt vor, die mindestens drei Lösungsvarianten (Drittprodukt-Beschaffung, Eigenentwicklung, reduzierte SAP-Konfiguration) hinsichtlich Kosten, Nutzen und Risiken bewertet und eine begründete Empfehlung abgibt. |
Studie ist durch den Projektausschuss abgenommen; Variantenvergleich umfasst alle drei definierten Lösungsoptionen. |
Muss |
| Vorgehensziel |
Die Rechtsgrundlagenanalyse ist abgeschlossen und klärt insbesondere die Kompetenzregelung zur Projektfreigabe (Vorsteherin, Regierungsrat oder Kantonsrat) in Abhängigkeit der zu erwartenden Gesamtkosten. |
Rechtsgrundlagenanalyse liegt vor; Freigabekompetenz ist je Kostenszenario eindeutig festgehalten. |
Muss |
| Vorgehensziel |
Die Beschaffungsanalyse ist durchgeführt und legt fest, ob und in welcher Form öffentlich-rechtliche Beschaffungsvorschriften (ÖAWG/IVöB) für die Evaluation einer allfälligen Drittlösung zur Anwendung kommen. |
Beschaffungsanalyse ist dokumentiert und durch den Auftraggeber geprüft. |
Hoch |
| Systemziel |
Die Ablösung der Buchhaltung und Rechnungslegung aus SAP ist als gesicherter fachlicher Mindestumfang definiert; der Bedarf an weitergehender ERP-Funktionalität ist im Rahmen der Studie geklärt und dokumentiert. |
Anforderungen an Buchhaltung/Rechnungslegung sind vollständig erhoben; Entscheid über erweiterte ERP-Funktionalität liegt als dokumentiertes Ergebnis vor. |
Hoch |
| Vorgehensziel |
Der Durchführungsauftrag ist erarbeitet, enthält belastbare Kostenschätzungen für die nächste Phase und wurde durch den Auftraggeber zur Erlangung der Projektinitialisierungsfreigabe eingereicht. |
Durchführungsauftrag ist durch den Auftraggeber unterzeichnet; Meilenstein Projektinitialisierungsfreigabe ist erreicht. |
Muss |
2.2
Rahmenbedingungen
| Vorgaben |
Beschreibung |
| Kompetenzregelung zur Projektfreigabe (Kanton Zürich) |
Die Freigabekompetenz richtet sich nach den Gesamtkosten des Vorhabens: Bei Kosten bis CHF 2 Mio. entscheidet die Vorsteherin der Direktion der Justiz, bei Kosten bis CHF 5 Mio. der Regierungsrat und bei Kosten über CHF 10 Mio. der Kantonsrat. Die Rechtsgrundlagenanalyse hat die massgebliche Kostenschwelle zu klären, damit der Durchführungsauftrag der zuständigen Instanz zur Projektinitialisierungsfreigabe vorgelegt werden kann. |
| Beschaffungsrecht (ÖAWG / IVöB) |
Sofern die Studie eine Drittprodukt-Beschaffung als Lösungsvariante empfiehlt, unterliegt die Evaluation den Vorschriften des kantonalen Gesetzes über öffentliche Beschaffungen (ÖAWG) sowie der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB). Die Beschaffungsanalyse legt die anwendbaren Schwellenwerte, das vorgesehene Verfahren und allfällige Ausnahmetatbestände fest. Eigenentwicklung und Neugestaltung der SAP-Konfiguration sind gesondert auf ihre beschaffungsrechtliche Relevanz zu prüfen. |
| Datenschutz und Informationssicherheit (DSG, KDSG, ISDS-Richtlinien Kanton Zürich) |
Das Vorhaben berührt Finanzdaten der Direktion der Justiz sowie Schnittstellen zu weiteren kantonalen Direktionen. Eine Schutzbedarfsanalyse ist im Rahmen der Initialisierung durchzuführen. Sie bestimmt den Schutzbedarf der betroffenen Daten und Systeme und leitet daraus Anforderungen an die zu prüfenden Lösungsvarianten ab. Die Ergebnisse fliessen in die Studie und den Projektmanagementplan ein. |
| Schnittstellenkompatibilität zu den übrigen kantonalen Direktionen |
Die übrigen Direktionen des Kantons Zürich verbleiben auf SAP und sind auf einen korrekten und zeitgerechten Datenaustausch mit dem System der Direktion der Justiz angewiesen. Jede evaluierte Lösungsvariante muss die Anforderungen an die Schnittstellen vollständig erfüllen. Die Schnittstellenanforderungen sind in der Studie zu beschreiben und als Bewertungskriterium zu verwenden. Die betroffenen Direktionen sind als Stakeholder zu erfassen und in geeigneter Form einzubeziehen. |
| Strategische IKT-Vorgaben des Kantons Zürich |
Das Vorhaben ist auf die geltenden IKT-Strategien, Architekturvorgaben und Standardisierungsentscheide des Kantons Zürich abzustimmen. Allfällige Vorgaben der zuständigen kantonalen IKT-Stelle (OIZ) hinsichtlich bevorzugter Technologien, Cloud-Nutzung oder Betriebsmodelle sind zu berücksichtigen und in die Bewertung der Lösungsvarianten einzubeziehen. |
| HERMES 2022 als verbindliche Projektführungsmethode |
Das Projekt wird nach der Projektführungsmethode HERMES 2022 des Bundes geführt, wie sie für Projekte der öffentlichen Verwaltung im Kanton Zürich verbindlich gilt. Alle Phasen, Lieferergebnisse, Rollen und Entscheidpunkte richten sich nach dem Szenario 'Fachanwendung – Einführung'. Der Projektausschuss nimmt die Steuerungsverantwortung wahr; der Auftraggeber erteilt die Projektinitialisierungsfreigabe auf Basis des vorliegenden Durchführungsauftrags. |
3.1
Personalaufwand
| Rolle |
Name |
Aufwand in PT |
| Projektleiter |
|
25 |
| Auftraggeber |
|
8 |
| Fachspezialist Finanzen / Buchhaltung |
|
20 |
| IT-Architekt / SAP-Spezialist |
|
15 |
| Jurist / Rechtsgrundlagenanalyse |
|
10 |
| Beschaffungsspezialist |
|
8 |
3.2
Sachmittel
| Bezeichnung |
Beschreibung |
Quantitaet |
| Arbeitsplatzinfrastruktur |
Standard-Arbeitsplatzausstattung (Notebook, Bildschirm, Peripherie) für Projektmitarbeitende der Initialisierungsphase, sofern nicht bereits durch die Linienabteilung bereitgestellt. |
3 |
| Lizenzen Kollaborations- und Projektmanagement-Tools |
Temporäre oder zusätzliche Softwarelizenzen für Projektmanagement-, Dokumentenmanagement- und Kollaborationswerkzeuge (z. B. MS Project, Confluence oder vergleichbare kantonale Standardwerkzeuge) zur Unterstützung der Projektarbeit in der Initialisierungsphase. |
5 |
| Zugang zu SAP-Systemdokumentation und Lizenzdaten |
Bereitstellung der aktuellen SAP-Lizenz- und Modulübersichten sowie technischer Systemdokumentationen durch den bestehenden SAP-Betrieb, als Grundlage für die Studie und die Kostenbewertung der Lösungsvarianten. |
1 |
| Räumlichkeiten für Workshops und Interviews |
Sitzungs- und Workshopräume innerhalb der Direktion der Justiz für die Durchführung von Stakeholder-Interviews, Anforderungsworkshops und Präsentationen der Studienergebnisse, inkl. Beamer und Präsentationstechnik. |
nach Bedarf |
| Druckerzeugnisse und Dokumentationsmaterial |
Druck und Reproduktion von Projektunterlagen, Studienberichten, Rechtsgrundlagenanalyse, Beschaffungsanalyse sowie des Durchführungsauftrags für die formelle Einreichung und Genehmigung durch den Auftraggeber. |
nach Bedarf |
3.3
Kosten (in CHF inkl. MwSt.)
| Phase |
Betrag |
| Initialisierung |
45000 |
| Konzept |
180000 |
| Realisierung |
1200000 |
| Einführung |
320000 |
| Abschluss |
55000 |
4.1
Ergebnisse und Termine
| Lieferergebnisse (abnahmerelevant) |
Liefertermin |
Abnahme durch (Rolle) |
Pruefmethode |
| Stakeholder-Liste |
08.08.2026 |
Projektleiter |
|
| Studie |
29.08.2026 |
Projektleiter |
|
| Rechtsgrundlagenanalyse |
29.08.2026 |
Projektleiter |
|
| Schutzbedarfsanalyse |
05.09.2026 |
ISDS-Verantwortlicher |
|
| Meilenstein Weiteres Vorgehen (Checkliste Weiteres Vorgehen; Liste Projektentscheide Führung) |
12.09.2026 |
Projektleiter |
|
| Projektmanagementplan |
19.09.2026 |
Projektleiter |
|
| Durchführungsauftrag |
26.09.2026 |
Projektleiter |
|
| Meilenstein Durchführungsfreigabe (Checkliste Durchführungsfreigabe; Liste Projektentscheide Steuerung) |
03.10.2026 |
Auftraggeber |
|
5
Projektorganisation und Personal
| Rolle / Person |
Monat 1 |
Monat 2 |
Monat 3 |
Monat 4 |
Monat 5 |
Monat 6 |
Bestaetigung Vorgesetzter |
| Auftraggeber (Vorsteherin Direktion der Justiz) |
10% |
10% |
10% |
10% |
10% |
10% |
|
| Projektleiter |
50% |
60% |
60% |
60% |
60% |
50% |
|
| Projektausschuss (Vorsitz Auftraggeber, Mitglieder IT-Verantwortliche und Finanzverantwortliche) |
5% |
5% |
5% |
5% |
5% |
5% |
|
| Fachspezialist Finanzen / Buchhaltung (Direktion der Justiz) |
20% |
40% |
40% |
30% |
20% |
10% |
|
| IT-Architekt / SAP-Fachspezialist (Direktion der Justiz) |
20% |
40% |
40% |
30% |
20% |
10% |
|
| Schnittstellenverantwortlicher (Vertreter übrige Direktionen / SAP-Schnittstellen) |
10% |
20% |
20% |
20% |
10% |
5% |
|
6
Kommunikation
| Empfaenger |
Verantwortlich |
Ziel / Inhalt |
Mittel / Medium |
Termin |
| Projektausschuss |
Projektleiter |
Statusbericht zur Initialisierungsphase: Fortschritt bei Stakeholderliste, Studie, Rechtsgrundlagenanalyse und Beschaffungsanalyse; Hinweise auf offene Fragen zum ERP-Funktionsumfang |
Schriftlicher Statusbericht, Sitzung Projektausschuss |
Monatlich während Initialisierungsphase |
| Auftraggeber |
Projektleiter |
Vorlage des Durchführungsauftrags inkl. belastbarer Kostenschätzung zur Erlangung der Projektinitialisierungsfreigabe; Entscheidgrundlage zur Kompetenzregelung (Vorsteherin / Regierungsrat / Kantonsrat) |
Persönliche Präsentation mit schriftlicher Dokumentation |
Zum Meilenstein Projektinitialisierungsfreigabe |
| Übrige Direktionen des Kantons (SAP-Schnittstellen) |
Projektleiter |
Information über Projektstart und Zielsetzung; Sensibilisierung für Schnittstellenrelevanz und Einbindung als Stakeholder; Ankündigung der weiteren Mitwirkung im Rahmen der Studie |
Informationsschreiben / E-Mail |
Zu Beginn der Initialisierungsphase |
| Mitarbeitende der Direktion der Justiz (betroffene Fachbereiche Buchhaltung / Rechnungslegung) |
Projektleiter |
Information über Ausgangslage, Projektziele und geplantes Vorgehen; Abbau von Unsicherheiten bezüglich allfälliger Systemablösung; Sicherstellung der Mitwirkungsbereitschaft bei der Anforderungserhebung |
Informationsveranstaltung oder Town Hall, ergänzt durch schriftliche Zusammenfassung |
Frühe Initialisierungsphase |
| Vorsteherin der Direktion der Justiz |
Auftraggeber |
Zwischenbericht zu Studienerkenntnissen und voraussichtlicher Kostendimension; Klärung der Entscheidkompetenz (Vorsteherin, Regierungsrat oder Kantonsrat) auf Basis der Ergebnisse der Rechtsgrundlagenanalyse |
Bilaterales Gespräch mit schriftlicher Entscheidungsgrundlage |
Vor Abschluss der Initialisierungsphase |
| Projektteam |
Projektleiter |
Regelkommunikation zur Koordination der Arbeiten in der Initialisierungsphase: Aufgabenverteilung, Fortschritt, Qualitätssicherung der Lieferergebnisse (Stakeholderliste, Studie, Analysen, Durchführungsauftrag) |
Wöchentliches Projektteam-Meeting (Protokoll) |
Wöchentlich während Initialisierungsphase |
7
Risiken
| Risikobeschreibung |
Eintrittswahrscheinlichkeit |
Auswirkungsgrad |
Risikozahl |
Massnahmen |
Verantwortung |
Termin |
| Verfuegbarkeit von Schluesselpersonen / Fachexperten nicht gesichert |
Mittel |
Hoch |
|
Frühzeitig verbindliche Ressourcenzusagen einholen; Stellvertretungen definieren |
|
|
| Geringe Akzeptanz der Anwender / Widerstand gegen die Organisationsaenderung |
Mittel |
Hoch |
|
Change-Management aufsetzen; Betroffene früh einbinden und transparent informieren |
|
|
| Datenmigration / Datenqualitaet aus Altsystemen unzureichend |
Mittel |
Mittel |
|
Frühe Datenanalyse und -bereinigung; Migrationskonzept erarbeiten |
|
|
| Unklare oder instabile fachliche Anforderungen |
Mittel |
Mittel |
|
Anforderungsworkshops; klare Priorisierung; iteratives Schärfen der Anforderungen |
|
|
| Datenschutz- und Informationssicherheitsauflagen (Schutzbedarf) unterschaetzt |
Mittel |
Hoch |
|
ISDS-/Datenschutzverantwortliche früh einbinden; Schutzbedarfsanalyse durchführen |
|
|